Fertigung von Bronzekunst

Fertigung von Bronzekunst

Die Möglichkeiten zur Fertigung von Bronzekunst sind nahezu grenzenlos. Von der Miniatur bis zum gewaltigen Monument, von der archaischen oder fein ziselierten bis zur hochglanzpolierten Oberfläche reicht das Spektrum der in Metall und Edelmetall gegossenen Objekte. Entdecken Sie hier den komplexen Fertigungsprozess von Bronzekunst.

Die Ernst Strassacker GmbH & Co. KG setzt folgende Materialien und Legierungen ein:

  • Bronze: Rg5 / G-CuSn5ZnPb (Rotguss), GBz 10 / G-CuSn10 (Zinnbronze)
  • Aluminium: Al239 / G-AlSi9Mg
  • Messing, Neusilber und Edelstahl

Weitere InformationenErfahren Sie jetzt, was Strassacker Künstlern noch bietet

Modell- und Formenbau

Das Modell ist die kreative Vorstufe für den Kunstguss. Es basiert auf einer Idee, die vom Künstler selbst oder Zeichnern von Strassacker skizziert wird. Aus diesem Entwurf der Idee erstellt man ein dreidimensionales Modell. Dieses bildet die Grundlage für den eigentlichen Guss. Für die Modellerstellung beschäftigt Strassacker in seinen Ateliers eigene Bildhauer und Gestalter mit fundierter Erfahrung in der plastischen Modellgestaltung. Das endgültige Modell wird vor dem Guss dem Auftraggeber gezeigt und von diesem freigegeben.

Materialien für den Modellbau:
Holz, Styropor, Gips, Kunststoff, Plastilin, Modellierwachs, etc.

Die Gießverfahren

Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Fertigung von Bronzekunst. Skulpturen werden - je nach Form und Größe - in unterschiedlichen Verfahren gegossen. Dabei sind bis zu 20 verschiedene Arbeitsgänge nötig, bis aus dem Ur-Modell ein fertiges Bronzekunstwerk entstanden ist. Strassacker berät jeden Künstler anhand seines Modells, welches der Gießverfahren eingesetzt werden kann:

Wachsausschmelzverfahren

Das Wachsausschmelzverfahren ist eines der ältesten, aber keineswegs einfachsten Gussverfahren und wurde über Jahrtausende immer wieder perfektioniert. Grundlage bei allen Methoden ist das - aus der flexiblen Reproduktionsform geschaffene - hohle Wachsmodell.

Im Wachsausschmelzverfahren werden drei verschiedene Fertigungswege unterschieden:

Gipsschamottenguss

Blockformguss mit Gipsschamotte

Das hohle Wachsmodell wird bei diesem Verfahren mit Gipsschamotte umhüllt. Die dadurch entstehenden Schamottenform wird im Brennofen drei bis vier Tage bei bis zu 750 °C ausgebrannt. Erst dann wird die flüssige Bronze in einem Zug in die ausgebrannte Form gegossen. Nach dem Erstarren des Modells wird der Schamottenguss zerschlagen und das Kunstwerk freigelegt.

  • Verwendung bei normalen Anforderungen an ein Objekt
  • Schamottenform wird bei 750°C drei bis vier Tage gebrannt.
  • Bronzeguss bei 1250°C in Schamottenform
  • Schamottenblock wird nach Erkalten zerschlagen.

Keramikguss

Feinguss mit keramischen Schalenformverfahren

Bei besonderen Anforderungen an das zu gießende Objekt findet das keramische Verfahren seine Anwendung. Hierbei wird die Gussform aus keramischer Masse erstellt. Das hohle Wachsmodell wird je nach Größe vier- bis sechsmal in keramische Masse getaucht und getrocknet. Die dabei entstehende Schale, die eine Stärke von 6 bis 10 mm erreicht, wird im Dampfautoklaven ausgeschmolzen und im Brennofen bei 800°C gebrannt. Nach schnellem Erstarren wird die Keramikschale zerschlagen um das gegossene Kunstwerk freizulegen.

  • Verwendung bei besonderen Anforderungen an ein Objekt
  • Keramische Schalenform mit 6 - 10 mm Stärke bei 800°C gebrannt.
  • Bronzeguss bei 1250°C in Keramikschale
  • Keramikschale wird nach Erkalten zerschlagen.

Vakuumguss

Keramisches Verfahren mit Vakuumunterstützung

Die Vakuum-Küvetten-Gießtechnik wird bei komplizierten Modellen bevorzugt. Das Wachsmodell wird dazu in einen Edelstahlzylinder gestellt und mit gipsgebundener Formstoffmasse umgossen, die sich unter Vakuum anschließend mischt und vergießt. Nach dem Abbinden der Masse wird das Modell im Brennofen bei einem mehrstündigen Prozess ausgeschmolzen. Die noch warme Form stellt man in einen Gießbehälter mit Unterdruck und fügt das flüssige Metall hinzu. Dieses füllt die Hohlräume sehr exakt aus. Nach dem Erkalten wäscht man vorsichtig das Gussteil aus dem Edelstahlzylinder aus.

  • Verwendung bei filigranen Objekten mit einer max. Größe von 50 cm
  • Das heiße Metall fließt vakuumunterstützt in die Form.
  • Aufwendigerer Prozess bis zum Guss
  • Gussteil wird nach Erkalten ausgewaschen anstatt zerschlagen.

Sandgussverfahren

Der Sandguss ist eine bewährte Technik für Reliefs, Schrifttafeln, Wappen und Kleinskulpturen mit geringen Hinterschneidungen. Man verwendet hierfür einen Formsand mit besonderer Konsistenz. Seine Feinheit ermöglicht eine detailgetreue Wiedergabe des abzuformenden Modells aus Quarzsand, Bindeton und Wasser.

Der Prozess des Sandgussverfahrens:

  • Der Kunstformer zerlegt das Modell aus Plastilin, Wachs, Gips oder Holz formgerecht, wenn dies notwendig ist.
  • Er formt diese Teile in Formkästen mit Sand und entnimmt das Modell.
  • In die Sandformen schneidet er die Zuläufe, Eingusstrichter und Entlüftungskanäle.
  • Die Formkästen werden fest zusammengeklammert und die Bronze in den entstandenden Hohlraum eingegossen.
  • Nach dem Erstarren wird die Form zerschlagen.

Ziselieren und Patinieren

Brillante Oberflächen

Nach dem Guss werden viele Kunstwerke noch von einem Ziseleur bearbeitet. Dabei entscheiden viele Künstler persönlich, wie die Skulptur durch die Oberflächenbearbeitung zu ihrem eigentlichen Glanz und Leben kommen soll.

Der Ziseleur bearbeitet dann die Oberflächen mit Ziseliereisen oder Meißel, mit Feile, Schaber, Schleif- und Polierwerkzeugen. Gesichter, Muskeln und Ornamente werden in konzentrierter Teilarbeit herausgearbeitet, Nuancen hervorgehoben und die Besonderheiten des Objekts betont.

Lebendige Patina

Das Patinieren ist der letzte Schritt in der Fertigung von Bronzekunst. Der Patineur nimmt den natürlichen Vorgang der Oxidation vorweg. Denn je nachdem, welchem Einfluss die Kupferlegierung ausgesetzt ist, verändert sich Bronze im Laufe der Zeit. In direkter Zusammenarbeit gilt es hier, die Vorstellung des Künstlers bezüglich der Farbnuancen der Patinierung genau zu treffen und umzusetzen.